Vorletzte Woche waren dann „die Finnen“ da. L. aus Westfinnland war unsere diesjährige Sommeraupair und hat ihren Freund mitgebracht. Der war SEHR finnisch = nett, blond, redet wenig und ist Eishockey-Fan 
Aber es war ein wirklich netter Besuch. Wir haben natürlich wieder das ganze Familienleben auf Englisch umgestellt und ich bin doch immer wieder erstaunt wieviel speziell die Jungs verstehen…. – und natürlich auch ein bisschen stolz.
Aber ein bisschen ist mir natürlich auch aufgefallen, wie unterschiedlich reif die beiden „großen“ Mädchen sind. Beide sind fast genau gleich alt (19) und trotzdem ist L. um Jahre weiter als Cl.
Wir hatten zum Beispiel überlegt wie die beiden Finnen am Ende ihres Aufenthaltes nach Hamburg kommen, wo sie noch zwei Tage Sightseeing machen wollten (und vermutlich reichlich Shopping). Ursprünglich war mal Bahn geplant aber letzte Woche stand ja auch noch der Bahnstreik im Raum. Also hatten wir angeboten, sie nach Hamburg mit dem Auto zu bringen. Leider hatte Göttergatte an dem Samstag Dienst und ich bin wirklich nicht der König aller Autofahrer (Hamburg + Samstag + Innenstadt + keine Ortskenntnis + nix Navi = komplette Katastrophe!!) Wäre auch nicht nötig gewesen, da L. von sich aus angeboten hatte, dass ich sie „irgendwo in Hamburg bei einer Metro oder einem Bahnhof rauslassen“ soll – sie kämen dann schon weiter…. Nettes Angebot, (immerhin sprechen beide kein Wort deutsch und nur L. versteht etwas deutsch) -dann nicht wirklich notwendig da Bahnstreik rechtzeitig beendet.
Szenenwechsel: Cl. ist vorgestern nach Paris geflogen – zwei Tage Freunde besuchen (nur mit einem Handtäschchen aber dafür in Superleicht-Sommer-Schühchen – auf DEN Schnupfen bin ich ja gespannt!). Geplant war dass ich sie SEHR früh morgens mit dem Auto in die Stadt zum Flughafenzubringerbus fahre – der dann direkt vor dem richtigen Terminal hält. Eigentlich kein Problem. Leider hat sich dann Sohn Nr. 1 entschlossen einen extrem heftigen Atemnotanfall zu bekommen (und wir sind da eigentlich einiges gewohnt), der dann nachts um 2 mit Rettungswagen und Kinderklinik endete (er ist aber seit heute wieder zu Hause – Kortison sei Dank!!). Mademoiselle hat es vorgezogen, nichts von dem Chaos mitzubekommen – war auch ok. ABER: ich hatte Töchterchen noch schnell (bevor wir mit dem R-Wagen mitfuhren) instruiert, sie möge sich bitte um Sohn Nr.2 kümmern und wenn wir nicht rechzeitig für den Fahrdienst für Cl. da wären, möge sie ihr bitte ein Taxi zum Bus organisieren. Ich war rechtzeitig wieder da, hatte dann das Vergnügen, Cl. bei den Vorbereiten der Reise (= hektisches sinnloses und SEHR lautes Rumrennen im Haus) zu besichtigen und hab sie zum Bus gefahren. Auf dem Weg dorthin erklärte sie mir dann, dass sie einen Taxitransfer zum Bus „gehasst“ hätte, da sie ja mit „Fremden“ hätte fahren müssen und überhaupt es nicht mag, wenn sich Dinge ändern…
HALLO? Sie spricht locker gut genug Deutsch um „Zum Busbahnhof“ zu sagen und von „Gepäckproblemen“ kann ja wohl auch nicht die Rede sein. Und ein bestellter Taxifahrer stellt ja wohl auch kein Sicherheitsproblem dar, oder? Dass sich diesen Krankenhausausflug keiner ausgesucht hat, um sie zu ärgern, scheint irgendwie an ihr vorbeigegangen zu sein.
Oder geht es hier nur darum, das Mademoiselle keine Lust hat sich um ihre eigenen Sachen zu kümmern? Sie war ja schon reichlich genervt, dass ich sie nicht die 100km zum Flughafen gefahren hab.- dass ich Freitags eigentlich arbeiten muss scheint da wohl nicht zu zählen – schließlich wäre der Bus ja sooooo teuer – klar unser Auto fährt nur mit Luft und gutem Zureden, oder?
Das einzige „lustige“ an dieser Aktion war, dass sie Töchterchen nachts dann noch gefragt hat, ob „Sohn Nr.1 jetzt operiert wird im Krankenhaus?“……. Ich wünsche der ausbildenden Klinik schon jetzt viel Spass …. sie will nach ihrem im Herbst abgebrochenen Medizinstudium jetzt Kinderkrankenschwester werden…..und Töchterchen hatte ihr erzählt das Brüderchens Asthma manchmal im Krankenhaus endet…
Wir hätten die Bewältigung einer solchen Notfallsituation sowohl S. aus Kiwiland und auch L aus Finnland zugetraut. Selbst Töchterchen hätte wohl rechtzeitig den Rettungsdienst gerufen. Nur Cl. reagiert auf jede Art von medizinischen Problem am liebsten mit „wenn ihr Hilfe braucht -ich bin in meinem Zimmer“ und schwupps ist sie weg und die Tür ist zu.
Göttergatte und mir ist jedenfalls klar geworden, dass wir unseren Traum vom nur-wir-zwei-fahren-ein-Wochenende-allein-weg wohl auf das Frühjahr (und die nächste Au-Pair) verschieben müssen. **seufz***