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In meinem letzen Leben war ich Hamster..

21. März 2009

… anders kann man mein Einkaufsverhalten der letzten Zeit gar nicht erklären. Aber ich reagiere auf schlechte Nachrichten fast schon rituell mit dem Auffüllen der Vorräte – da schlagen wohl sehr sehr archaische Grundeinstellungen durch.

Was ein echter Jäger und Sammler ist….

Kurze Familienvorstellung (Update 14.04.09)

23. Januar 2009
Wir leben seit ca. 6 Monaten nun IN einer norddeutschen Großstadt. Allerdings sind wir immer noch am Renovieren und Sanieren – das alte Haus meiner Schwiegereltern bietet neben mehr Platz und eine bessere ÖPNV-Anbindung immer noch einige „Überraschungen“  s.a. alle Beiträge zum Thema „Haussanierung“
Göttergatte und ich sind beide Vollzeitberufstätig. Göttergatte im Schichtbetrieb mit ungewissen Schichtende (da Blaulichtjob) und ich im IT-Support (= dauert auch mal unvorhergesehen länger aber meistens Gleitzeit mit traditionell frühem Dienstbeginn )
Unsere Kinder sind z.Zt. 15 (Töchterlein), 10 (Sohn 1) und fast 9 (Sohn2). Ausserdem haben wir noch einen wilden Yeti Hund.
Seit ca. 3,5 Jahren leben regelmäßig Au-Pairs bei uns. Und nein wir sind weder Ausbeuter noch Wohlstandsverwöhnt.
Übrigens genauswenig ist das hier ein Hostel mit Vollpension und Internetanschluss gegen gelegentliche Bespassung von Kindern :-) . Sondern es ist durchaus Arbeit (25-30h/Woche) gegen Kost, Logis, Taschengeld, Versicherung und hälftig bezahltem Sprachkurs…
Inzwischen sind wir bei unserer *zähl* dreizehntem Au-Pair. Da waren

1. K. aus DK – Sommer 05 – unser Erstversuch… ich hatte damals nur einen Nebenjob, der allerdings in 12h-Schichten ging und wir suchten jemand der die Kinder in den Ferien beschäftigt. War klasse – wir haben heute noch sehr guten Kontakt – inzwischen ist sie Patentante unseres Jüngsten.

2. M. aus DK – kam Herbst 05 – sollte/wollte ein halbes Jahr bleiben – hat leider „vergessen“ zu erwähnen, dass sie „ein bisschen allergisch auf Hund“ war. Nach der zweiten Atemnotattacke haben wir sie nach Hause geschickt. Das war 4 Tage bevor ich meinen neuen heiss ersehnten Vollzeit-Traumjob antreten sollte. Dementsprechend waren wir wohl nicht wählerisch genug und haben

3. S. aus AUS angestellt. Kam Dezember 05 und sollte die Lücke bis zu der bereits engagierten Nr.5 im April 06 überbrücken. Ist in die Familiengeschichte als „die Hexe“ eingegangen. Eine einzige Katastrophe die uns viel Geld, viele Nerven gekostet hat. Dass die Kinder ihre Anwesenheit unbeschadet überstanden haben, wundert mich heute noch… Im Feb. 06 kam es zum Eklat und wir haben sie aufgefordert die Familie zu verlassen.

Um die letzten 8 Wochen bis zur Ankunft von Nr.5 rumzugekommen, haben wir erst versucht, Töchterlein mehr einzuspannen, Dienstzeiten zu verlegen etc. Das hat nicht wirklich gut geklappt und so haben wir

4. M. aus der Schweiz bei uns gehabt. Sehr jung, sehr teenagermäßig, im Haushalt echt klasse aber sehr sehr schwierig. Echt ein weiteres (sehr kompliziertes) Kind. Aber für die 6 Wochen war´s ok.

5. S. aus NZ kam im April 06 und blieb exakt 365 Tage bei uns :-) . Auch wenn sie im Haushalt eher entwicklungsbedürftige Fähigkeiten hatte, war sie für die Kinder und für uns eine echte Bereicherung. Danke, danke, danke hier an dieser Stelle nocheinmal – falls Du das hier liest. 

Schon im Herbst 06 begannen wir mit der Suche nach einer Nachfolgerin für ein Jahr und einigten uns mit J aus den USA. Beginn Anfang April 07 für ein Jahr. 3 (!) Wochen vor Antritt bekamen wir eine Mail: Notfall in der Familie- alles abgesagt = kalte Füsse bekommen.

Nun standen wir da…. S. hatte schon den Rückflug nach Hause gebucht und wir beschlossen eine Sommer Au-Pair zu suchen und parallel dazu wieder eine Jahres Au-Pair ab Herbst.

6. Im Mai 07 kam L. aus FI als Sommer Au-Pair. Genauso alt wie die anderen (19) und sehr erwachsen. Töchterlein verstand sich auf Anhieb excellent mit ihr und auch wir haben die Zeit sehr genossen. Da sie kein Wort deutsch bei Ankunft konnte, haben wir alle die Familiensprache auf englisch umgestellt. Die Jungs sprachen deutsch und sie antwortete auf Englisch. Hat gut geklappt und L. versteht mittlerweile auch ziemlich gut Deutsch. Wir hätten sie gerne länger dagehabt. Aber sie hatte schon einem Job in Finnland ab Herbst zugesagt und ausserdem lebt sie in Finnland mit ihrem langjährigen Freund zusammen….

Wir hatten paralell nach einer Jahres Au-Pair gesucht und haben uns nach vielen vielen Mails mit

Nr.7 C. aus KOL geeinigt. Bislang hatte ich mich ja bemüht, nicht so viele Vorurteile gegen Südamerikaner zu haben… Naja, es ist gründlich in die Hose gegangen… um mich zu entfrusten habe ich diesen Blog angefangen….Die Kinder haben sie übrigens „Der Drache“ getauft…

Im Oktober 07 ist sie in eine andere Familie gegangen. Daraufhin hat die längst für Sommer 08 engagierte Nr. 9 ihren Flug auf Febr. 08 umgebucht. Früher ging nicht.

Daher standen wir wieder vor dem Lückenfüllproblem.

Nr. 8. Cl aus F sollte die Lücke füllen. Passte auch ganz gut, da ihr Ausbildungsbeginn exakt 14 Tage nach Einflug von Nr. 9 sein sollte. Also: nach C. konnte jede nur gewinnen aber so der Hit war sie nicht. Göttergatte nennt sie „Der Nabel der Welt“ und Töchterlein sprach von „Prinzessin“. Jedenfalls ein weiterer Teenager im Haus. Mit ihrem Ausbildungsbeginn hat sich das dann „spontan“ 4 Wochen vorverlegt (wer´s glaubt) und nun haben wir für die restlichen 2 Wochen wieder L. aus FI eingeladen..bis

Nr. 9 N aus NZ kam. Wir hatte alle auf allen Seiten hohe Erwartungen. 

N. sollte ein ganzes Jahr bleiben und ist voller Enthusiasmus angefangen. Ihre Deutschkenntnisse waren rudimentär aber haben sich in den ersten vier Wochen stark verbessert. Danach war eher Stillstand – sie hat fast nur englisch gesprochen und die ersten Missstimmungen traten auf, als wir uns weigerten weiterhin Englisch zu reden oder zu verstehen. Um es abzukürzen – der Enthusiasmus verflog und die Wirklichkeit konnte wohl dem Traum vom „schönsten Jahr meines Lebens“ nicht standhalten. Kinderbetreuung ist halt manchmal auch langweilig. Zudem haben wir uns geweigert unser ganzes Familienleben auf ihre Maßstäbe umzustellen. Sie wollte und konnte wohl auch nicht sich auf unseren Lebensstil einlassen.

Nach einem (eigentlich ergebnisoffenem) Gesprächsversuch Ende April hat sich innerhalb von 36h beschlossen sie geht und hat das dann ohne Rücksicht auf evtl. Konsequenzen durchgezogen. Ihr „Abschiedsbrief“ war sehr lang und sehr verletzend. Die Kinder haben sie übrigens Big N. getauft.

Unser Mut danach noch einen Neustart zu wagen war sehr begrenzt. Wir werden wohl eher auf kurzfristigere Suche und kürzere „Einsätze“ umschwenken.

Wir haben L. aus Fi gefragt, ob sie ein drittes Mal kommen würde und haben anscheinend offene Türen eingerannt.

Nr. 10 L. aus Fi

hat unser Familienleben von Mitte Juni bis Mitte Juli wieder in ruhigere Bahnen gelenkt - ausserdem begann dann auch die heisse Phase unseres Umzuges.  

Nr. 11. H. aus Fi

hatte sich auf die nach dem Auszug von N. wieder ausgelobte Sommer Au-Pair – Stelle beworben und war aus dem Bauch heraus unsere Wunschkandidatin. Sie kam Anfang Juli und blieb bis Ende August um dann ihr Studium in Finnland anzutreten. Neben einigen unglaublich guten Kuchenkreationen hat sie uns vor allen Dingen die Erkenntnis hinterlassen, dass man mit den Worten „Eigentlich“ und „Übrigens“ so ziemlich jeden möglichen Satz einleiten kann.

Auf allgemeinen Wunsch aller und nach den sehr guten Erfahrungen mit L. und H. lebte seit Ende August wieder ein Mädchen aus Finnland bei uns.

Nr.12. ist Janna aus Finnland (nein so heisst sie nicht wirklich aber die vielen Abkürzungen machen mich ganz rappelig – ich leide eigentlich sonst nicht an Aküfi!)

Gerade fertig mit der Schule und sprach am Anfang nur sehr sehr wenig deutsch (was man halt so von deutschen Touristen so aufschnappt).Da sie aus einer winzigen Kleinstadt in Ostfinnland kommt betrachtet sie unsere Provinzgroßstadt als riesig… Aber sie war wirklich sehr engagiert. Sie lernte mit Riesenfortschritten Deutsch und hat nach einer schwierigen Anfangsphase nun mittlerweile ihren Rhytmus gefunden. Allerdings hatte sie massive Durchsetzungsprobleme weil sie zu lange versucht hat Konflikten mit den Jungs aus dem Weg zu gehen.  Kurz vor Weihnachten ist sie planmässig nach Hause gefahren um im Januar ihren Univorkurs zu besuchen.

Nr. 13 Marleen aus Amerika

Lebt seit Anfang Januar bei uns uns ist deutlich älter als ihre Vorgängerinnen (23). Sie will hier die Zeit zwischem ihrem letzten (befristeten) Job als Familienhelferin und ihrem Studium im Herbst verbringen.  Neben viel Erfahrung im Umgang mit Kindern bringt sie zumindest Anfängerkenntnisse in Deutsch mit. Nach einigen hervorragenden ersten Wochen stellte sich heraus dass die mangelnden Deutschkenntnisse ständig zu Missverständnissen und Problemen führten. Ein vorzeitiges Ende scheint abzusehen…

 

To be continued….

 

 

 

 

 

 

Ein ganz besonderer Geburtstag

15. Februar 2008

So langsam habe ich mich von letztem Dienstag erholt und kann dann auch von unserem neuen Au-Pair-Mädchen und dem Geburtstag berichten:

Eigentlich bemühen sich Gasteltern (und neue Au-Pairs wohl auch) ja zumindest die ersten Tage einen guten Eindruck zu machen – also ein aufgeräumtes Haus, gesittete Kinder und ein harmonisches Familienleben darzustellen.

Das mit dem aufgeräumten Haus ist uns auch einigermassen gelungen – der Rest weniger….

Der Geburtstag fing toll an: Sohn2 hat sich höllisch über den Geburtstagskuchen gefreut, den L. in der Nacht vor ihrem Abflug noch gemacht hat. (To L: this might be the ugliest cake ever – by the way it wasn´t – but it was very very tasty and gone after half a day!!). Die Geschenke – Playmos und Playstationspiele fanden durchaus Gnade vor den Augen des kritischen 8jährigen und ich hab alle sogar rechtzeitig aus dem Haus bekommen ab zur Schule.

Mittags hat Göttergatte fast pünktlich Schluss gemacht und ist zum Flughafen gehetzt. Der Flieger hat zwar Verfrühung aber nichtsdestotrotz war er tatsächlich rechtzeitig. Alle Kinder waren ziemlich aufgeregt als N. dann tatsächlich um halb drei da war.

Ok, Begrüßung, Zimmer zeigen, kurz frischmachen und dann ein spätes Mittagessen. Dann wollte Sohn2 unbedingt sein grosses Geburtstagsgeschenk abholen. Da man mit 8 Jahren nun wirklich nicht mehr mit einem Tigerentenfahrrad rumfahren kann, hatten wir nämlich am Samstag davor bei örtlichen Händler ein gebrauchtes Kindermountainbike erstanden und noch um Durchsicht gebeten. Auf besonderen Wunsch der einzelnen Dame die immer den Fahrradschuppen aufräumen muss, gab es dann auch noch einen Fahrradständer :-)   Wir hatten alle noch überlegt, ob Licht sein muss, aber schließlich dürfen die Jungs sowieso nur im Hellen fahren – machen wir also später und Sohn1 hat genau deshalb zur Zeit auch kein richtiges Licht….

Um halb vier waren wir dann wieder zu Hause – Sohn1 bewundert das neue Fahrrad des kleinen Bruders und natürlich wollen die beiden sofort sämtliche Kumpels in der Nachbarschaft beeindrucken fahren.

Kein Problem – wir trinken dann eben gemütlich Kaffee – quatschen ein bisschen mit N. und planen die nächsten Tage…Sohn1+2 zuckeln los – mit Fahrrad, ohne Licht, mit Winterjacke aber ohne Handschuhe und Mütze. Es ist 16.15 Uhr, eher diesig aber hell. Um 17 Uhr beschließe ich den Hund mal eine Runde zu gönnen und dann gleich nach den Herren Söhnen zu sehen – wird schließlich kälter. Nix zu sehen als zurück nach Hause.

Nur mäßig beunruhigt gehe ich nach Hause, setze mich auf mein eigenes Fahrrad und fahre die gesamte Nachbarschaft ab. Nix. Also ein kurzer Abstecher zum Dorfsupermarkt – auch nix….Sportplatz, Schule, nix…Ab nach Hause – Lagebesprechung – es ist jetzt 17.30 Uhr und es dämmert langsam.

Göttergatte setzt sich ins Auto und fährt die 6km zu den Grosseltern – nur für alle Fälle. Ich fahre mit dem Fahrrad den Lieblingsfeldweg (ca. 4km – Runde) …. nichts… zu Hause meldet sich Göttergatte am Handy.. nichts gefunden… er fängt an alle üblichen Spazierwege zu fahren aber mittlerweile ist es wirklich dunkel und kalt. Der Ordnung halber einige weit entfernt wohnende Freunde angerufen – Söhne nicht gesichtet.Um kurz nach sechs habe ich meine 8 und 9jährigen Söhne bei der Polizei vermisst gemeldet.

N. die ihre Hilfe angeboten hat, aber mangels Deutsch- und Ortskenntnissen bislang nicht wirklich was tun kann wird zusammen mit Töchterchen und Hund auf einen sehr dunklen Hohlweg geschickt. Göttergatte fängt an mit der Taschenlampe in der Hand den Weg beidseits des letzten Spaziergangs abzusuchen…

18.30 Uhr Telefon klingelt – die Polizei fragt nach unserer genauen Adresse – zwei Kollegen sollen zur genauen Beschreibungsaufnahme kommen – es wären schon mehrere Streifenwagen unterwegs zum Suchen…18.35 Telefon klingelt wieder… Schwiegermutter fragt nach dem Geburtstagskind….lüge ihr etwas vor von mit Papa coole Fahrradklingel kaufen gefahren und würge sie ab da ich den Streifenwagen anfahren sehe.

18.40 Polizei ist da: genaue Beschreibung…. Göttergatte ruft zwischendrin an… Schwägerin bietet Hilfe an….

18.50 es rappelt an der Seitentür… zwei sehr kleinlaute sehr rotgesichtige Jungs stehen dort….

Um es jetzt abzukürzen: Da der Dorfsupermarkt zu hatte, sind sie auf die gute Idee gekommen „ein bisschen weiter “ zu fahren zum Drogeriemarkt in *Problemviertelinstadtweitweg*. Das ganze war dann einfache Tour 5,3km, davon ca 1,5km durch den Wald. Diese Strecke ist unbeleuchtet, kurvig, natürlich ohne Radweg oder Fußweg und wird von der örtlichen Stadt- und Dorfjugend auch gerne mal als Rennstrecke benutzt. ICH fahre dort meist relativ langsam – wegen der Wildschweine und Rehe die abends dort gerne die Strasse kreuzen. Den Weg kannten sie da Sohn2 dort in der Nähe früher seinen Logopäden hatte….Ich hatte diesen Weg kategorisch ausser Betracht gelassen, da viel zu weit und kein „vernünftiges Ziel in vernünftiger Nähe“. Im übrigen ist auch der Rest der Strecke alles andere als empfehlenswert… eine Aneinanderreihung von Unfallschwerpunkten….

Natürlich hat es ein mittleres Donnerwetter (auch die anwesenden Polizisten haben beiden Jungs nochmal ordentlich die Leviten gelesen – danke an dieser Stelle nocheinmal für die schnelle Unterstützung !!) gegeben und wir haben den Alarm abgeblasen.

Fazit:

N. war eher beruhigt als geschockt „Jetzt weiss ich wenigstens dass die Kinder ganz normal sind“ AHA!! 

Töchterchen ist wesentlich disziplinierter mit dem sich-melden-weil-zu-spät-nach-Hause.

Göttergatte und ich werden die Räder aufpimpen mit viel Licht und Reflektor. Gleichzeitig sind wir froh dass alles gut ausgegangen ist. Wie vermutet ist der Grosse vorgeprescht und der jüngere treu und tapfer gefolgt. Ausserdem sind fast 11km schon eine ganz nette Leistung.

Sohn1 und Sohn2 ist der A… auf Grundeis gegangen als sie die Polizeiwagen bei uns vor der Tür gesehen haben – finden aber nach wie vor dass sie eigentlich alles im Griff hatten. Trotzdem haben sie uns versprochen solche Ausflüge demnächst korrekt anzumelden.

Und ich hab einen Auftrag für die Erfinder und meinen wenigen Lesern: Erfindet endlich Chips die man Kindern implantieren kann, damit ich sie bei Bedarf orten kann!!!

Nachsatz: mit N. läuft es wirklich gut – genauerer Bericht folgt.