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Lehrmittelfreiheit

5. Oktober 2009

In Schleswig-Holstein herrscht Lehrmittelfreiheit.

Schleswig-Holstein
vgl. § 13 SchulG vom 24. Januar 2007
(1) Schülerinnen und Schüler erhalten unentgeltlich, in der Regel leihweise,
1. Schulbücher,
2. Gegenstände, die ausschließlich im Unterricht eingesetzt werden und in der Schule verbleiben,
3. zur Unfallverhütung vorgesehene Schutzkleidung.
(2) Schulbücher sind alle Bücher und Druckschriften, die überwiegend im Unterricht und bei der häuslichen Vor- und Nachbereitung des Unterrichts durch Schülerinnen und Schüler verwendet werden. Nicht zur Verfügung gestellt werden müssen Bücher und Druckschriften, die zwar im Unterricht eingesetzt werden, daneben aber erhebliche Bedeutung für den persönlichen Gebrauch haben können.
(3) Von der Schülerin und vom Schüler können Kostenbeiträge verlangt werden für
1. Sachen, die im Unterricht bestimmter Fächer verarbeitet werden und danach von der Schülerin und vom Schüler verbraucht werden oder ihnen verbleiben,
2. Verpflegung in der Schule.
(4) Die Schulträger stellen jährlich die zur Beschaffung der freien Lernmittel erforderlichen Haushaltsmittel bereit.

(5) Das für Bildung zuständige Ministerium kann durch Verordnung Mindestbeträge für die Gewährung der freien Lernmittel nach Absatz 1 und Höchstbeträge für Kostenbeiträge nach Absatz 3 festsetzen.
(6) Der Schulträger kann in sozialen Härtefällen über die in Absatz 2 Satz 2 genannten Einschränkungen hinaus Lernmittel zur Verfügung stellen.

Soweit die Theorie…

Die Praxis sieht so aus:

 

Elternabend 3. Klasse – Endergebnis: Lektüre in Deutsch, Arbeitsbuch in Mathe und Beitrag zur Klassenkasse ->20 Euro

Ansage 5. Klasse Gymansium: Atlas ist zu kaufen (der halte schliesslich ein Schülerleben lang) -> knapp 30 Euro

Ansage 9.Klasse Realschule: Die Schüler sollen an einer „freiwilligen“ Schulveranstaltung teilnehmen und dafür ein Theaterabo für eine Spielzeit kaufen -> 40 Euro

Mal abgesehen von Fahrkosten (zumindest im Winter ist bei der grossen Tochter Bus angesagt), Stiften, Heften, Schutzumschlägen, Ordner, Klassenkassenbeiträgen, weiteren Lektüren, Arbeitsheften, Klassenausflügen, Klassenfahrten etc.

Pro Kind und Schuljahr sind das ca. 200 Euro (+ Klassenfahrt).

Kann man von der Steuer absetzen – als Ausbildungskosten weiss die Fachfrau. Dumm nur, dass Lehrkräfte und Schulen grundsätzlich keine Quittungen ausstellen. Also fehlen mir gerade für die grossen Positionen häufig die Belege.

Schöne neue Bildungswelt – speziell das mit dem Theaterabo ärgert mich. Nicht weil ich es nicht für sinnvoll halte – sondern weil es eine „freiwillige“ Veranstaltung ist, ergo keine Schulveranstaltung, sondern privat (auch haftungsrechtlich). Wer die veranstaltende Lehrkraft kennt, weiss wie freiwillig dieses „freiwillig“ ist. 40 Euro machen also mal wieder den Unterschied zwischen „engagiert“ und „uninteressiert“ beim Schüler aus.

Wie machen das eigentlich Eltern mit einem Einkommen das wirklich knapp auf Kante genäht ist?

Lauter kleine Hochleistungsgenies

30. September 2009

voller Elan und Tatendurst und einem unbändigen Hunger auf Grammatik, Vokabeltest und Hausaufgaben.

So sehen die „anderen“ Kinder in den Klassen unserer Söhne wohl aus. Anders kann ich mir die heutigen Elternabende nicht erklären. Beide Jungs hatten heute ihre ersten „echten“ Elternabende. Und das hiess: Göttergatte zum grossen Sohn (5.Klasse Gymnasium) und ich zum kleinen Sohn (3.Klasse Grundschule)

Nach den Veranstaltungen telefonierten wir  – beide etwas schockiert (telefonieren mussten wir weil der Göttergatte straigt vom Elternabend zum Nachtdienst gefahren ist).

Bei mir wurde 2,5h nach so Dingen wie der Notengebung im neuen Fach Englisch, der Anzahl der Klassenarbeit in Heimat- und Sachkunde und den Themen der nächsten Diktate gefragt.  Wir erinnern uns – die Kinder sind jetzt 8-9 Jahre als und haben noch knapp zwei Jahre Grundschule vor sich. Trotzdem machten einzelne Eltern deutlich den Eindruck, als würden sie jeden Tag mehrere Stunden mit ihren Kids am Schreibtisch verbringen und Diktate üben, Vokabeln abfragen und die „freiwilligen“ Arbeitsbögen in Mathe ausfüllen.

Beim Göttergatten wars wohl noch schlimmer: Aufsätze wären ja wohl nicht so wichtig wie Grammatik, warum die Kinder denn so wenig Hausaufgaben aufhätten etc…Auch hier wurde das Idealbild der Hausfraumutter die den Nachmittag mit dem Sprössling beim Vokabelabfragen und beim „Üben“ verbringt als absolutes „Muss“ verbreitet.

Hmmm….dafür dass mein Töchterlein mich neulich als „stockkonserativ“ beschimpfte (war ich stolz! wieviele 16jährige kennt ihr, die das Wort auch nur annähernd richtig verwenden ) bin ich erstaunlich wenig bereit meine Kinder und vor allen Dingen deren Kindheit komplett auf dem Altar der Wir-wollen-Leistungsträger-als-Kinder-Elternsekten“ zu opfern.

Kennt jemand irgendeine Studie aus der hervorgeht, dass die 45h-Lernwoche für 11jährige die ultimative Antwort auf alle gesellschaftlichen Probleme ist?

Und da war es wieder mein Problem von damals….

Wie gewonnen, so zeronnen?

22. September 2009

Die letzten Wochen hatten sich betreuungstechnisch zu einem absoluten „Doppelwow“ entwickelt.

Zur Erinnerung: wir hatten in den letzten Sommerwochen drei Studentinnen nach und nach angestellt, alle drei mit demselben Stundenlohn versehen und auf Kinder, Hund und Haushalt losgelassen.

Und alle drei – Jule, Mia und Malina machen ihren Job grossartig. Alle drei sehr unterschiedlich, aber alle drei sehr sehr engagiert und tatkräftig. Auch die Verteilung der „Dienste“ lief weitestgehend problemlos, da ja noch Semesterferien sind.

 

Nun die Semesterferien enden nach den Schulherbstferien und der Vorlesungsbeginn wirft seine Schatten voraus. Dank der neuen Bachelorstudiengängen sind die Zeitpläne wohl deutlich enger geworden.

Jule weiss gar nicht ob sie überhaupt neben ihren 30 Wochenstunden und ihrem anderen Job noch irgendeinen Termin schafft und hat vorsichthalber signalisiert, dass sie nur noch in den Ferien oder ausnahmsweise mal zur Verfügung stehen kann.

Mia hat nur noch Montags Zeit und braucht das Wochenende auf alle Fälle auch zum Lernen.

Und Malina kann auch nur noch Montags und eventuell Mittwochs – aber nur für zwei Stunden.

 

öhhh….jaaaa….hmmmm….

Noch sind wir nicht bereit, das Modell aufzugeben. Also werden wir Mias Angebot, dass sie noch eine Freundin hat, die auch auf Jobsuche ist, annehmen. Ich bin mal gespannt, wie die Jungs nun auf die vierte Kandidatin in den letzten drei Monaten reagieren.

Verglichen mit der Situation jetzt, war die Au-Pair-Zeit ja ein Quell der Beständigkeit.

Meine Teilzeitpläne dümpeln auch noch vor sich hin, der geplante Verkauf der Abteilung rückt näher und ich hoffe dass ich zu Weihnachten die neuen Spielregeln kenne (und ich hoffe noch mehr, dass ich dann nicht den „guten alten Zeiten“ hinterhertrauern muss)

Also – es bleibt unruhig – schade denn bei beiden Jungs hat sich das neue Betreuungsmodell sehr positiv sowohl in der Schule als auch im familiären Miteinander niedergeschlagen.

Hach….

18. Juli 2009

Gespräch zwischen mir und der Mutter von Marie-  Sohnis Angebeteter – über dies und das und seit wann Sohni dort ein und aus geht.

Dazu muss man wissen, dass es keinen aber wirklich überhaupt keinen Grund gibt warum Sohni ausgerechnet durch Maries Strasse gehen muss. Für alle möglichen Anlässe gibt es schnellere, bessere, einfachere Wege. Ausserdem ist das Haus von Maries Familie ein bisschen individuell – es gibt jedenfalls keine Klingel.

Mariemama erzählt wie sie beim Müllrausbringen Sohni bei sich vor dem Haus sieht – Sohni anscheinend in Gedanken vertieft und zufällig dort lang spazierend :

Mariemama: „Hallo xxx was machst Du denn hier? “ (natürlich weiss sie es – aber ein bisschen Spass wollen Mütter schließlich auch haben)

Sohni“ Ich denke“

MM: „Und – ist es schwierig?“

Sohni – nach längerem Nachdenken: „Ja ziemlich“

MM: „Und- was überlegst Du?“

Sohni:“ Ich überleg gerade was wir heute für Hausaufgaben aufhaben“

MM:“ Du – da drin sitzt gerade eine und brütet über ihre Hausaufgaben – frag doch Marie“

 

Sohni:“ jaaaa – aber ich weiss doch nicht wo eure Klingel ist“

 

Soweit zum Thema „zufällig vor der Tür getroffen“

Zeitenwende…

12. Juli 2009

Es gibt im Leben einer Mutter Momente die einem blitzartig klarmachen, dass das Kind grösser wird.

Ich hatte gestern eine solchen – denn Sohni hat innerhalb von drei Tagen:

- freiwillig geduscht – mehrfach !

- stundenlang die Zähne geschrubbt

- war mit mir zusammen (!) ein Geburtstagsgeschenk für einen Geburtstag nächste (!) Woche aussuchen

- fährt mit dem Fahrrad erstaunliche Umweg (sozusagen von Kiel nach Rom via Oslo)

- rennt ab und an mit einem absolut dämlichen Grinsen herum….

 

Dreimal dürft ihr raten…..

 

Nachtrag: er hat sein Zimmer auf-ge-räu-mt….dass ich das noch erleben darf *hach*

Sturmfreie Bude

8. Juni 2009

..naja fast…

Wir holen noch einmal tiiiiief  Luft  denn Ende nächster Woche geht sie lohoooos:

Die Kieler Woche

Eigentlich lebe ich ja in einem unglaublichen Provinzdorf – hier kennt jeder jeden um zwei Ecken rum – abeer einmal im Jahr spielen wir Großstadt und dieses Jahr freue ich mich wirklich drauf.

Leider kann L. diesmal nicht kommen, diverse Termine an ihrer Schule lassen ihr leider keine Zeit. Wirklich schade – vielleicht wirds im Sommer ja was.

Mit gleich vier Erwachsenen im Haus sollten auch wir Chancen haben mal abends loszukommen um uns einfach treiben zu lassen, Neues und Bekanntes zu futtern und einfach mal nur rumzugucken. Auch wenn das Wetter schon mal „typisch Kieler Woche“ (=vieel Regen) übt – es wird bestimmt nett.

 

Achja – sturmfreie Bude? Klar *grosser Sohn* ist auf Klassenfahrt gefahren. Eine Woche Nordseeinselleben für ihn und eine Woche „streitfrei“ für uns!

Erkenntnisse eines Pfingstsonntagausfluges

31. Mai 2009

- Entfernung in Minuten auf Wanderschildern sind gaaaanz sicher für Leute ohne trödelige Kinder und ohne Hund gedacht

- Entfernung in Meter oder Km sind variabel. Nimm die eigentliche Entfernung plus 50% dann erhältst Du die Strecke die kleiner Sohn heute gelaufen ist (vor und zurück und wieder….)

- Verstecken spielen funktioniert nur OHNE Hund – der petzt!

- kleine Bauminseln mit einem Abstand von 1.50 m zum Ufer MÜSSEN geentert werden – trockene Schuhe und Socken werden einfach überbewertet

- pro 1,5km hat die Horde einen Verbrauch von ca. 1 Liter Getränk und einer Packung Doppelkekse

- Warten auf Schiff oder Boot wird bestimmt kürzer wenn man alle 30 Sekunden nach der Uhrzeit fragt.

- Pferdeverrückte Finninen sind auch im Ausland Pferdeverrückt (uiuiui….)

- grosser Sohn weiss jetzt was „xxx ist doof“ auf finnisch heisst – danke liebe H.!

- Zwei sich sonnende Schildkröten auf einem Baumstumpf sind aufregender als jeder Jaguar im Gebüsch (hab ich mangels Jaguar aber noch nicht ausprobiert)

- Egal was man/frau anstellt, die Eltern sind IMMER schneller müde als die Kinder.

 

Wir hatten einen schönen langen Spaziergang entlang der Schwentine mit anschließender Bootsfahrt zurück. Ca. 5km – Wegezeit ca. 2 Stunden plus 40 Minuten Wartezeit plus 30 min Fahrt.

Das Ganze war auch als Probetour für die Sommerferien gedacht, in denen wir auf einer Deutschlandfahrt diverse Ecken erwandern wollen.

Fazit: mehr als 10km/Tag können wir ab.so.lut knicken …

Masernalarm

29. Mai 2009

nein nicht bei uns – aber in unserer Stadt.

Nachdem es die Lokalpresse bereits vor einigen Tagen gemeldet hatte , gab es heute dann auch ein Merkblatt des örtlichen zuständigen Amtes.

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Sprachlosigkeit zum Schulbeginn

21. April 2009

Morgen beginnt bei uns die Schule und eigentlich sollte Routine einkehren.

Stattdessen zählen wir hier alle die Tage (hatte mich im Kalender verguckt – es sind noch fast 3 Wochen!) bis Marleen geht und ich bin mir sicher - Marleen tut es auch.

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das sind nicht nur Sprachprobleme…

30. März 2009

das ist der komplette Mangel an Interesse an den zu betreuuenden Kindern und deren Bedürfnissen

Sohn2 kommt zwischen 12 und eins nach Hause (wegen der Hausaufgabenhilfe die wir – remember - zwangsweise für kleinenSohn nach der Schule buchen mussten) und Sohn1 jeden zweiten Montag dank einer Sport AG erst um zwei Uhr.

Marleen kocht – Es gab heute mittag für kleinen Sohn und Marleen:

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